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Über Elise Freinet

von Klaus Fisgus

Elise Freinet – Lehrerin und Künstlerin an der Seite Célestins

Der Terminus “Freinet-Pädagogik steht allgemein für die Pädagogik von Freinet-Lehrern und nicht synonym für die Praxis des Pädagogen Célestin Freinets (vgl. Ramseger 1991, S. 111 ff).
Die Freinet-Pädagogik sieht sich selbst als eine Bewegung an der viele LehrerInnen teilnahmen und noch nehmen.
So beeinflusste auch Freinets Frau Elise Freinet die Freinet-Pädagogik nachhaltig. Doch der Reihe nach:

Die Lehrerin und Holzschnittkünstlerin Elise Lagier Bruno (1898 – 1983) arbeitete eng mit Célestin Freinet zusammen und ehelichte ihn im Jahre 1926.
Aus ihrer Ehe ging Balouette, ihre einzige Tochter hervor.
Intensive Beobachtungen und Aufzeichnungen ihrer Tochter bildeten die Grundlage für die “Natürliche Methode”, vom Schreiben- und Lesenlernen (Freinet, C. 1980).

Der kreativ- künstlerische Aspekt innerhalb der “Ecole Moderne wird Elise Freinet zugeschrieben. Im Unterschied zu Célestin schreibt sie dem Lehrer größere Verantwortlichkeit zu (vgl. Kock 1996).
In zahlreichen Aufsätzen setzt sie sich mit der Einführung in die Kunst, Kinderzeichnungen und Kinderliteratur auseinander (Kock a.a.O.).

Elise Freinet entwarf 1948 das Drehbuch zum Spielfilm L´Ecole Buissonnière, welcher das Leben Célestin Freinets von 1920-1933 zeitlich gerafft darstellt. Gedreht wurde übrigens an Originalschauplätzen. Der Film dokumentiert einige Aspekte

Freinets pädagogischer Tätigkeiten.

FRAGEN UND VERSUCHE (Heft 93) widmet sich dem Thema Elise Freinet. In einem Interview, geführt von Hövel, W. beschreiben ehemalige WeggefährtInnen Elise Freinet als alte müde Dame mit klarem Verstand und einer großen Persönlichkeit.

Als Anhängerin von Naturheilkunde und Homöopathie war sie sehr um die Gesundheit der SchülerInnen besorgt und ließ diese beispielsweise morgens im kalten Wasser des Schwimmbeckens der Schule in Vence schwimmen. Ihr Schwerpunkt innerhalb der Schularbeit bildeten die Künste und der “Freie Ausdruck”, so spielte sie mit den Kindern Theater und lehrte sie im Malen.

Im Gegensatz zu ihrem Mann fuhr Elise Freinet nicht gerne zu Kongressen, sie verblieb lieber an der Schule in Vence (Hövel 2000).

Bisher sind noch nicht viele ihrer Schriften ins Deutsche übersetzt. Ihr Werk “L´Itinéraire de Célestin Freinet, La libre expression dans la pédagogie Freinet wurde von Hans Jörg in deutscher Sprache veröffentlicht: Freinet, Elise: Erziehung ohne Zwang, Der Weg Célestin Freinets, Stuttgart 1981

Des weiteren nimmt Renate Kock Bezug auf Elise Freinet und übersetzte in ihren Werken u.a. Elise Freinets: L´Art avec un A ou l´initation artistique (Kock a.a.O.)

Buch-Tipp

Gerald Schlemminger: Zur Biographie Célestin Freinets und zur Entwicklung der Grundzüge und Prinzipien seiner Pädagogik, In:Hansen-Schaberg, I./Schonig, B.(Hrsg.): Freinet-Pädagogik, Hohengehren 2002 – sehr empfehlenswert !

Quellen:

Fragen und Versuche

Fragen und Versuche (Zeitung der Freinet-Kooperative): Für Elise Freinet und Paul Le Bohec, Heft 93, Bremen 2000

Freinet, C.

Vom Schreiben- und Lesenlernen, Die “Natürliche Methode” In: Boehncke/Humburg (Hg.): Schreiben kann jeder, Handbuch zur Schreibpraxis für Vorschule, Schule, Universität, Beruf und Freizeit, Reinbek 1980

Freinet, E.

Erziehung ohne Zwang, Der Weg Célestin Freinets, Stuttgart 1981

Kock, R.

Befreiende Volksbildung, Frühe Texte, Bad Heilbrunn 1996

Die Reform der laizistischen Schule bei Célestin Freinet, Eine Methode befreiender Volksbildung, Frankfurt a.M. u.a. 1995

Ramseger, J.

Was heißt durch Unterricht erziehen? Weinheim 1991