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Freinet in der Sekundarstufe II

Iris Welker-Sturm

Freinet-Pädagogik

wird meist mit Druckerei und Arbeit in der Primarstufe verbunden. Erst zögernd setzt sich vor allem in der gymnasialen Oberstufe die Vorstellung durch, dass auch hier freinetisch gearbeitet werden kann – vielleicht sogar muss, will man lebensorientiert-ganzheitlich und fächerübergreifend unterrichten.

Was leistet Freinet in der Sekundarstufe II ?

Die Freinet-Pädagogik geht von den SchülerInnen aus und lässt sie ihre Lernprozesse weitgehend selbst organisieren. Beim `Markt der Möglichkeiten´ z.B. wird ein Problem auf seine Dimension untersucht, es werden Fragen formuliert und Bezüge zur Erfahrung und Lebenswelt der Jugendlichen hergestellt. Im Klassenrat oder der Kursstunde, wo gemeinsam Schwerpunkte und Ziele der Arbeit ausgehandelt werden, evt. auch arbeitsteiliges Vorgehen mit anderen (Fach-) kursen abgestimmt wird, werden kooperativ und demokratisch Regeln erarbeitet und kontrolliert, Kommunikation und soziales Handeln im Ernstfall geübt. Die SchülerInnen reflektieren und dokumentieren ihren Gruppenarbeitsprozess und nutzen Beratung durch die Lehrkräfte sowie Medien der Information zunehmend selbstständig. Präsentieren, Bewerten und der Umgang mit Kritik hat Platz in der Vorführstunde, wo die Lernprozesse und -produkte reflektiert werden. Als besonders motivierend hat sich bei der Präsentation die Herstellung einer `echten Kommunikationssituation´ erwiesen, wenn z.B. ein Parallelkurs eingeladen wird.
Da die Ziele der Arbeit zu Beginn gemeinsam formuliert wurden, kann die Lerngruppe auch weitgehend die Bewertung übernehmen oder zumindest dazu beitragen.

Die Lernenden werden mit ihren Fragen, ihrer Sinnsuche ernst genommen, das Prinzip des `Freien Ausdrucks´ und das `Freie Experimentieren` im naturwissenschaftlichen Unterricht lässt oder gibt den SchülerInnen formal und inhaltlich die Wahlfreiheit ohne sie allein zu lassen. Die Lehrkraft hilft, die Fragestellungen zu präzisieren und zu koordinieren und das Exemplarische der Thematik herauszuarbeiten. Die Freinet-Pädagogik bietet hierzu eine breite Palette an bewährten Methoden des kognitiven, emotionalen und sozialen Lernens mit allen Sinnen für einen gemeinsamen und doch individuellen, selbstgesteuerten Lernprozess. Beipiele aus jüngerer Zeit durchgeführt bzw. in Planung an einem Beruflichen Gymnasium in Hessen:

  • `Zeit´ – in Zusammenarbeit der Fächer Deutsch, Wirtschaftslehre, Kunst und Physik;
  • `Mode-rn-e´ – in Zusammenarbeit der Fächer Deutsch, Fremdsprachen, Kunst und Geschichte;
  • `Siedlung und Mobilität´ – in Zusammenarbeit der Fächer Deutsch, Wirtschaftslehre, Kunst, Geschichte, Politik und Fremdsprachen.

Freinet-Pädagogik, Antwort auf die Suche nach Offenem Unterricht in der Sek.II

Iris Welker-Sturm, Jahrgang 1949, Oberstudienrätin, seit über 25 Jahren an einem Beruflichen Gymnasium, in der Lehrerfortbildung und im kreativen Bereich aktiv…

Kontakte für Sek.II-Interessierte:
Iris Welker-Sturm, Tel.: 06151/396 9972
Jürgen Göndör, Tel.: 02845/2534