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Die Klassenversammlung

Die Klassenversammlung bildet ein Kernstück der demokratischen Kultur in unserer Arbeit. In ihr werden Konflikte geregelt, Unterrichtsinhalte besprochen und beschlossen, Organisatorisches geklärt, die weitere Arbeit geplant usw.

Sie findet in der Regel einmal pro Woche in der Versammlungsecke statt und meistens eine Schulstunde. Teilweise ist sie auch kürzer, da zunehmend weniger Konflikte besprochen werden müssen. Geleitet wird sie durch einen Schüler, ein anderer führt das Protokoll. Dabei achten wir – ähnlich wie beim Morgenkreis – darauf, dass diese Aufgaben jede Woche von anderen Schülern übernommen werden und so jeder sowohl Leitungs- als auch Protokollaufgaben übernimmt.

Der Inhalt der Klassenversammlung wird sowohl durch einen Ablaufplan als auch durch eine Wandzeitung bestimmt. Der Ablaufplan beinhaltet zur Zeit folgende Punkte:

  1. Zunächst werden immer folgende Punkte besprochen:
    – Sind die Aufgaben aus der Vorwoche erledigt?
    – Wer hat in der kommenden Woche Klassendienst?
    – Muss das neue Projektthema festgelegt werden?
    – Berichte der Verantwortlichen (Klassenkasse, …)
  2. Dann werden die Punkte, die auf der Wandzeitung unter: “Ich lobe”, “Ich kritisiere” und “Ich schlage vor” stehen, besprochen. Neu hinzugekommen ist in diesem Schuljahr der Punkt: “Materialien”. Hier werden die Dinge eingetragen, die für die Arbeit in der Klasse besorgt bzw. gekauft werden müssen.
  3. Danach werden Wortmeldungen berücksichtigt.
  4. Am Ende der Klassenversammlung wird das Protokoll vorgelesen und genehmigt.
    Die Klassenversammlung wird geleitet vom “Diskussionsleiter”.
    Das Protokoll wird vom Protokollanten geführt und vorgelesen.

Anhand dieser Liste leitet der Diskussionsleiter die Versammlung.

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Bei Punkt 2. wird die entsprechende Wandzeitung Punkt für Punkt besprochen. Diese hängt während der Woche im Klassenraum aus. Hier kann jeder die Themen eintragen, die er in der Klassenversammlung besprechen will. Einzige Bedingung ist, dass der Beitrag namentlich gekennzeichnet sein muss.

In der Klassenversammlung werden zu den Themen bei Bedarf auch Beschlüsse gefasst. Dabei habe ich als Lehrer auch nur eine Stimme und es gibt durchaus Situationen, in denen ich zu dem Teil der Klasse gehöre, der überstimmt wird. Die Beschlüsse werden protokolliert und am Ende vorgelesen.

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Gelebte Demokratie

Nach meiner Einschätzung praktizieren wir in der Klassenversammlung lebendige Demokratie, zudem ist sie ein wichtiges Instrument in vielerlei Hinsicht:

  • Konfliktlösung:
    Die Beteiligten lernen, Konflikte mit Hilfe des Dialogs zu klären und evtl. zu lösen. Ich achte darauf, dass die Schüler nicht übereinander reden (“er hat”), sondern miteinander (“du hast”). Außerdem finde ich es wichtig, dass nur über den Vorfall geredet wird, der auf der Wandzeitung steht und weitere Ereignisse nicht oder nur sehr begrenzt eingebracht werden. Dadurch will ich ein “Abstempeln” bzw. ein “Über-jemanden-herfallen” verhindern. Diese beiden Aufgaben übernimmt mittlerweile oft der Leiter der Klassenversammlung.
  • Auch der Punkt Minderheitenschutz gehört – falls aktuell – in diesen Bereich.
  • Den Kindern das Wort geben, denn sie bestimmen die Inhalte der Versammlung.
  • Gemeinsame Planung der Arbeit:
    Aktuelle Themen der Schüler können zu Projektthemen werden und in der Klasse geplant und bearbeitet werden.
  • Das individuelle Lernen findet in der Klassenversammlung seine kollektive Einbindung.

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