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Formen des Freien Ausdrucks im Prinzhöfter Kindergarten

Monika Müller-Zeugner

Sich selbst, die eigenen Gedanken, Phantasien in Freiheit ausdrücken, den eigenen Ausdruck weiterentwickeln ohne unnötige Begrenzung, wenn Grenze dann als Hilfe zur Verdeutlichung des Ausdrucks. Der Ausdruck und seine Lebendigkeit als das Wesentliche, die Form verstanden als Mittel zum Zwecke des Ausdrucks.
Realität, Phantasie, Kulturelles, Erlebtes bilden einen selbst angerichteten Cocktail, Spiel und Wirklichkeit sind untrennbar ineinander verwoben.

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Freier Ausdruck im Sinne Elise und Célestin Freinets findet sich sowohl in verschiedenen Angeboten des kreativen, künstlerischen Bereichs, als auch in vielen Alltagsituationen.

Beispiele für Orte und Art des Freien Ausdrucks im PrinzHöfter Kindergarten:

* Freier Ausdruck im Theater – das kann sowohl heißen: ein komplett selbsterfundenes Stück der Gruppe oder von Einzelnen, als auch ein teilweise umgedichtetes Bekanntes, als auch einfach nur die eigene Interpretation, der eigene Ausdruck eines vorhandenen Stückes, das die Gruppe aus irgendwelchen Gründen anspricht. Es kann heißen “Die Zauberflöte”, “Das Dschungelbuch” , “Frederick”… oder auch “Stupsi sucht viele Freunde” , “Zirkus Peperoni” und “Pippi und die Eichhörnchen”…

* Immer entsteht dabei auch ein Balanceakt zwischen Freiheit und Spiel im Ausdruck und der Vermittlung an die Zuschauer . Das wird aber erst wirklich bedeutsam bei der Präsentation. Form und Präsentation gehören unmittelbar zusammen. Durch die Präsentation kommt eine neue Dimension hinzu, das Bezugnehmen auf die Umwelt und ihr Feedback zu unserer Arbeit.

* Nie kann es etwas sein wie Dressur, immer gehört das innere Beteiligtsein aller Akteure dazu.

* Durch die Methode des freien Ausdrucks bekommen wir die Möglichkeit, uns Erlebtes, Gesehenes, Gehörtes von der Seele zu spielen, sprechen, schreiben, malen, tanzen, singen, musizieren und formen, Inhalte mit denen wir uns aus den verschiedensten Gründen beschäftigen, auf die, jedem Einzelnen gemäße Art und Weise, zu verarbeiten – sowohl Schönes, als auch Schwieriges.

* Freier Ausdruck meint ebenso das freie Ausdrücken aller Bedürfnisse, auch in diesem Sinne “Den Kindern das Wort zu geben”. Kinder haben zum Teil ihre eigene Sprache, die auf ihrem jeweiligen speziellen Hindergrund beruht und von Erwachsenen mit ihrem anderen Erfahrungshorizont oft missgedeutet wird. Wir Erwachsene benutzen z.B. häufig, ohne dass uns dies noch bewusst wird, Worte mit mehreren Bedeutungsinhalten, die Grund für viele Missverständnisse werden können. Ein weiterer Grund für Nichtverstehen kann das sich oft erheblich unterscheidende Lebensgefühl von Kindern und Erwachsenen sein, oder die wesensgemäßen Schlüsse, die aus persönlichen Erfahrungen gezogen wurden und nun als allgemein und für alle gültig angesehen werden- auch dies ist ein bei Erwachsenen oft schon sehr verfestigtes Wahrnehmungsmuster.
Hier sind die ErzieherInnen gefordert, die Sprache der Kinder bzw. des einzelnen Kindes verstehen zu lernen und im Team und mit den Kindern den Dialog über die unterschiedlichen Wahrnehmungen zu führen und mit den Kindern gemeinsam an der Schaffung eines Ortes zu arbeiten, an dem wir uns mit all unserer Verschiedenheit möglichst wohl, geliebt und verstanden fühlen, der eine gefühlsmäßige Basis für all unser kreatives Tun bildet.
Mit der Aussage “Sprache der Kinder” ist hierbei aber nicht nur das Wort gemeint, sondern auch alle anderen möglichen Ausdrucksformen.
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Freier Ausdruck durch die Mitbestimmung des Kindergartenalltags.

Freier Ausdruck kann aber auch einfach “nur” heißen “Ich bastle wie und was ich will ” und eigne mir auf diesem Wege alle feinmotorischen und handwerklichen Grundqualifikationen an.

Für die Aufgabe, den Platz der ErzieherInnen in diesem Bereich ein Zitat von Paul le Bohec, einem bekannten Lehrer aus der französischen Freinetbewegung:

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